News Freizeit

© Steffen Herre

Nationalpark Unteres Odertal

Naturtipp

Wer derzeit frühmorgens oder am späten Nachmittag im Nationalpark Unteres Odertal unterwegs ist, sitzt als Beobachter und merkt sofort: Ein vielstimmiges Durcheinander aus Schnattern, Rufen und Flügelschlagen. Tausende Gänse machen hier Pause auf ihrem Weg Richtung Skandinavien und Nordrussland, und man kann gar nicht anders, als ihnen zuzusehen.

Die Weißwangen-, Bläss- und Saatgänse sind dabei besonders auffällig. Die Weißwangengans trägt ihre hellen Wangenflecken wie ein makelloses Accessoire, die Blässgans ihre weiße Stirn wie ein Erkennungszeichen, die Saatgans zeigt je nach Unterart unterschiedliche Braun- und Grautöne – im Flug verbindet sie alle der helle Bauch, der im Sonnenlicht fast zu leuchten scheint. Dazu mischen sich Spieß-, Pfeif-, Schnatter- und Löffelenten, und immer wieder ziehen majestätische Sing- oder Höckeschwäne über die Wasserflächen. Blauer Himmel spiegelt sich in den Poldern, die Sonne wärmt das Gesicht, die Luft ist klar, ein beeindruckendes Naturkino, das man nicht verpassen sollte.

Ein besonders guter Beobachtungspunkt liegt rund um Criewen in den Poldern A und B. Man steht, schaut, hört das Durcheinander der Vögel und erkennt die Muster in den Schwärmen. Es ist kein Film, es ist echte Natur, die man mit allen Sinnen erlebt. Fernglas in der Hand, Kamera bereit – und Zeit. Wer schnell geht, verpasst den Moment, wenn die Schwärme plötzlich abheben und die Wasserflächen lebendig werden.

Für den Einstieg bietet sich das Nationalparkhaus in Criewen an. Seit 2000 ist es Tor und Orientierungspunkt in die Auenlandschaft. Interaktive Ausstellungen, ein großes Aquarium, Vogelperspektiven über die Polder, Einblicke in die Eiszeit und in die Zukunft des Nationalparks! Alles zum Angucken, Anfassen, Staunen. Das Nationalparkhaus ist damit mehr als ein Startpunkt für Wanderungen und Vogelbeobachtungen. Es ist eine Einladung, die Auenlandschaft mit offenen Augen zu erleben. Drinnen verstehen, draußen staunen. Und wer danach hinausgeht Richtung Oder (ganz bis ran kommt man aktuell nicht), hört das Schnattern der Gänse mit einem ganz neuen Wissen im Ohr.

Wer hier draußen ist, erlebt die Auenlandschaft in ihrer lebendigsten Form. Fernglas und Sonnenbrille nicht vergessen, so wird es ein toller Tag!

Datum: 05.03.2026


© Steffen Herre

© Steffen Herre

Nationalparkhaus Unteres Odertal



Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur

Zurück

^