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Rathaus Wriezen war nur ein Opfer
IT-Sicherheitslücke trifft 194 Verwaltungen: „Der digitale Staat braucht einen Plan B“
„Wenn eine Sicherheitslücke ausreicht, damit in 194 Kommunalverwaltungen zentrale Fachverfahren abgeschaltet werden müssen, hat der digitale Staat ein Problem. Abschalten kann im Ernstfall richtig sein – aber Ausweisstellen, Zulassungsbehörden und Standesämter brauchen einen Plan B“, sagt Hans-Wilhelm Dünn, Präsident des Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.
Innerhalb weniger Tage mussten in Potsdam und Rheinland-Pfalz Verwaltungsdienste wegen einer kritischen IT-Sicherheitslücke vorsorglich vom Netz genommen werden. In Rheinland-Pfalz waren alle 194 hauptamtlich geführten Kommunalverwaltungen betroffen. Hinweise auf einen erfolgreichen Angriff oder Datenabfluss liegen nach Angaben der zuständigen Stellen bislang nicht vor.
„Digitalisierung ohne funktionierenden Notbetrieb schafft neue Verwundbarkeit. Es reicht nicht, Behörden immer stärker zu vernetzen und zu zentralisieren. Wir müssen vorher wissen, was passiert, wenn zentrale Systeme plötzlich nicht mehr verfügbar sind“, so Dünn.
Der Präsident des Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V. fordert deshalb die Anwendung von konkreten Notbetriebsplänen für zentrale Verwaltungsverfahren: Welche Bürgerleistungen müssen weiterlaufen? Welche Ersatzverfahren stehen bereit? Wer entscheidet über Abschaltung und Wiederanlauf? Und wie wird dieser Ernstfall regelmäßig geübt?
„Der nächste Zero-Day kommt garantiert. Die Frage ist nur, ob unsere Verwaltung dann vorbereitet ist.“, so Dünn.
Über den Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.
Der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V. ist ein unabhängiges Expertennetzwerk für Cybersicherheit und digitale Resilienz. Der Verband bringt Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, um die digitale Sicherheit in Deutschland nachhaltig zu stärken.
Textquelle: Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.
Datum: 12.10.2026
Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Film- und Fernsehproduktion Rätzel
Stephan Rätzel
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