© Steffen Herre
Erst Kohl, dann Frass:
Kreislaufwirtschaft im Garten
Manchmal liegen die großen Geschichten direkt vor der eigenen Haustür. Und manchmal sitzen sie auf einem Kohlblatt, sind gelb-schwarz, ziemlich haarig und haben gerade ihr Geschäft erledigt. Vorne wird Kohl verarbeitet, hinten erscheint kurze Zeit später das Ergebnis. Das kleine schwarze Häufchen neben ihr gehört deshalb keineswegs zufällig ins Bild. Es handelt sich um Raupenkot, sogenannten Frass.
Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) gehört zu den bekanntesten heimischen Schmetterlingen. Seine Raupen haben allerdings einen etwas zweifelhaften Ruf bei Gartenbesitzern. Kohl steht ziemlich weit oben auf ihrem Speiseplan. Besonders verschiedene Kohlarten dienen den Raupen als Nahrung, und wenn mehrere Exemplare gemeinsam auftreten, können aus stattlichen Blättern erstaunlich schnell ziemlich übersichtliche Gerippe werden.
Was tun, wenn der Kohl plötzlich Beine bekommt?
Blattunterseiten regelmäßig nach gelben Eiern absuchen und Raupen frühzeitig absammeln. Chemie braucht es im heimischen Garten deshalb meist nicht. Dabei sehen die Tiere durchaus spektakulär aus. Gelblich-grüne Körper, schwarze Flecken und zahlreiche helle Borsten machen die Raupe unverwechselbar. Ausgerechnet aus diesem kleinen, ziemlich verfressenen Stachelding entsteht später ein großer weißer Schmetterling mit dunklen Flügelzeichnungen. Bis dahin gilt allerdings ein einfaches biologisches Prinzip: Kohl rein. Raupenkot raus. Kreislaufwirtschaft kann so einfach sein.
Textquelle: Steffen Herre
Datum: 23.09.2026
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Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur
