© Steffen Herre
Skisprunggeschichte kommt
unter den Hammer
Ein Pokal, ein Olympiasieger und ein Stück deutsche Skisprunggeschichte: Am Samstag, den 12. September, kommt beim Altstadtfest in Bad Freienwalde ein ganz besonderer Ehrenpreis unter den Hammer. Er gehörte keinem Geringeren als Skisprung-Legende Helmut Recknagel.
Wer mitbieten möchte, kann dies online über die Internetseite des Wintersportvereins tun. Am Samstag fällt dann um 18:30 Uhr auf dem Marktplatz in Bad Freienwalde endgültig der Hammer. Ab 18:00 Uhr kann dort auch noch direkt geboten werden.
Versteigert wird der Ehrenpreis der Stadt Innsbruck, den Recknagel am 4. Januar 1959 als Sieger des dritten Springens der 7. Vier-Schanzen-Tournee erhielt. Der damals 21-Jährige gewann auf der Bergiselschanze und schaffte damit etwas, was zuvor erst einem Springer gelungen war: drei Tagessiege bei einer Vier-Schanzen-Tournee hintereinander.
Sein erster großer internationaler Coup gelang ihm allerdings schon am 3. März 1957. Der damals erst 19-Jährige durfte nur mit einer Ausnahmegenehmigung am traditionsreichen Holmenkollen-Skispringen in Oslo teilnehmen. Bei dichtem Nebel gewann Recknagel und schrieb Geschichte: Noch nie zuvor hatte ein Nicht-Skandinavier auf dieser Schanze gesiegt.
Nun bekommt ein Stück dieser außergewöhnlichen Sportkarriere einen neuen Besitzer.
Helmut Recknagel hat den Pokal dem Wintersportverein 1923 Bad Freienwalde e.V. überlassen, dessen Ehrenmitglied er ist. Versteigert wird er zugunsten der Nachwuchsarbeit des Vereins. Der Erlös fließt damit ausgerechnet in die Förderung jener jungen Skispringer, die heute dort anfangen, wo auch eine große Sportkarriere einmal begonnen hat: auf der Schanze.
Und vielleicht wird aus dem Preis für einen der größten Erfolge Helmut Recknagels am Ende die Grundlage für den nächsten kleinen Skispringer aus Bad Freienwalde. Dass sie es können, haben die Nachwuchstalente schon oft beweisen.
Datum: 10.09.2026
Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur
