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© Steffen Herre

Wenn der Spätsommer

lila-blau wird.

Es gibt dieses besondere Zeichen dafür, dass der Sommer langsam auf die Zielgerade biegt: Die Pflaumen werden reif. Dann hängen sie wieder schwer an den Ästen, dunkelblau, violett oder manchmal gelb, und an manchen alten Obstalleen Brandenburgs ist der Weg plötzlich ein bisschen schöner und leckerer als sonst. Vielleicht liegt es daran, dass Pflaumenbäume irgendwie ein wenig nach Kindheit aussehen. Nach dem süßen Blechkuchen von Oma, nach klebrigen Fingern und der Frage, wie viele Pflaumen man eigentlich essen kann, bevor der Bauch seine eigene Meinung dazu entwickelt ;-)

Dabei sind die alten Obstbäume entlang der Straßen und Alleen viel mehr als hübsche Wegbegleiter. Sie gehören zur gewachsenen Kulturlandschaft, bieten Vögeln und Insekten Nahrung und Lebensraum und bewahren teilweise alte Sorten, die man im Supermarkt längst nicht mehr findet. Und natürlich ist die Versuchung groß, beim Vorbeifahren kurz stehen zu bleiben. Aber Vorsicht: Nur weil eine Pflaume verlockend über den Straßenrand hängt, gehört sie nicht automatisch demjenigen, der gerade vorbeikommt. Wer pflücken möchte, sollte vorher schauen, ob es an der jeweiligen Stelle erlaubt ist.

Ansonsten bleiben ja noch der heimische Garten, der Hofladen oder einer der regionalen Wochenmärkte. Denn jetzt ist wieder diese wunderbare Zeit, in der ein Blech Pflaumenkuchen auf dem Tisch steht, die Sonne schon etwas tiefer steht und der Sommer langsam merkt, dass seine Tage gezählt sind..., leider, wie ich finde, aber das ist eine andere Geschichte.

Datum: 28.08.2026




Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur

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