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© Steffen Herre

Wenn das Gras schneller ist

als der Mähtrupp

Wer derzeit durch das Oderbruch oder die Märkische Schweiz fährt, hat sie garantiert schon gesehen: die großen Mähfahrzeuge am Straßenrand. Und vielleicht auch gedacht: "Warum ist hier schon gemäht und dort wächst das Gras noch fröhlich weiter"?

Die Antwort liefert der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg: Das Mähprogramm läuft derzeit auf Hochtouren. Ziel ist vor allem die Verkehrssicherheit. Sicht an Kreuzungen und Einmündungen muss gewährleistet sein, Straßengräben und Bankette sollen funktionsfähig bleiben und Regenwasser muss weiterhin gut versickern können.

Doch Brandenburg ist groß. Sehr groß. Eine der 33 Straßenmeistereien betreut im Durchschnitt rund 250 Kilometer Bundes- und Landesstraßen und zusätzlich zahlreiche Radwege. Links und rechts der Fahrbahn summiert sich das auf mehrere hundert Kilometer Grünstreifen, die gepflegt werden wollen. Und: während die Mähtrupps bereits am nächsten Abschnitt unterwegs sind, hat die Natur an einigen Stellen schon wieder ordentlich nachgelegt. Brandenburg ist eben groß und der Sommer kennt keine Pause.

Und natürlich gibt es noch die anderen Bewohner des Straßenrandes. Igel, Kröten und Schnecken haben vermutlich ihre ganz eigene Meinung zur Mahd. Während die Schnecke vermutlich protestiert, weil ihr Lieblingshalm verschwunden ist, dürfte der Igel eher pragmatisch sein: Hauptsache, die nächste Hecke ist nicht weit. Und die Kröte? Schaut, wo sie ein Schlupfloch im Krötenzaun findet. Und das ist vielleicht sogar typisch: Hier wird nicht einfach nur drauflos gemäht. Auch auf die kleinen Bewohner am Wegesrand wird Rücksicht genommen. Kleintiere sollen schließlich ebenfalls gut durch den Sommer kommen.

Am Ende bleibt bei aller Ironie vor allem eines wichtig: ein ehrlicher Dank und Respekt gegenüber den Mitarbeitern, die bei Hitze, Verkehrslärm und dichtem Zeitplan dafür sorgen, dass die Straßenränder überhaupt sicher und gepflegt bleiben. Sie arbeiten meistens genau dort, wo andere einfach vorbeifahren.

Und vielleicht ist das meine eigentliche Botschaft zwischen Gras, Igel und Schnecke: Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit im Vorbeifahren und ein klarer Dank an die, die das Grün immer wieder in den Griff bekommen, auch wenn es sich hartnäckig zurückmeldet.

Datum: 20.06.2026




Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur

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