© Naturwacht Brandenburg – Mittler*innen zwischen Mensch und Natur
Erdkröten auf dem Vormarsch
Naturwacht zählt mehr wandernde Amphibien
Im Naturpark Märkische Schweiz hat die Naturwacht mit Freiwilligen die Amphibienschutzzäune in Garzin und Karlsdorf abgebaut. Diese retten seit 20 Jahren im beginnenden Frühjahr Kröten, Frösche und Molche auf ihrer Wanderung vor dem Verkehrstod. Gleichzeitig werden alle Tiere in den Fangeimern nach Art und Geschlecht registriert, bevor sie über die Straße gesetzt werden und ihren Weg zum Laichgewässer fortsetzen. Insgesamt wurden in diesem Frühjahr 993 Amphibien sicher über die Straße getragen. Die Zahlen liegen damit über denen der vergangenen Jahre, auch wenn die langfristige Entwicklung vieler Arten weiterhin kritisch bleibt.
Am etwa 300 Meter langen Schutzzaun in Karlsdorf erfassten die Helferinnen und Helfer 869 Individuen bei ihren täglichen Kontrollen, darunter 766 Erdkröten. Damit wurden hier rund 100 Erdkröten mehr gezählt als im Vorjahr. „Das ist ein erfreulicher Anstieg, aber noch kein Hinweis auf eine stabile Erholung“, erklärt Rangerin Henriette Worms. „Die Bestände reagieren auf die Witterung während der Paarungszeit und vor allem Wasserstände in ihren Laichgewässern. Diese sahen 2026 etwas besser aus als in den Jahren zuvor. Das könnte den leichten Anstieg erklären.“ Neben der Erdkröte wurden am Karlsdorfer Zaun auch einige Teichmolche, Knoblauchkröten, Grünfrösche und Braunfrösche registriert.
Einige Meter vor dem Amphibienzaunabschnitt fand die die Naturwacht mehrere überfahrene Amphibien. „Das zeigt sehr deutlich, wie notwendig der Zaun ist und dass der Schutzbereich eigentlich erweitert werden müsste“, sagt Worms. „Auf dem ungeschützten Straßenabschnitt kommen weiterhin viele Tiere ums Leben.“ Die Naturwacht möchte daher prüfen, ob der Zaun im kommenden Jahr verlängert werden kann.
Am zweiten Amphibienschutzzaun in Garzin wurden insgesamt 124 Tiere gezählt. Damit liegt die Zahl etwas höher als in den vergangenen Jahren, bleibt jedoch unter den Werten früherer Zeiträume, in denen hier deutlich mehr Amphibien unterwegs waren. Die Situation bleibt für viele Amphibienarten angespannt. „Die deutlich zunehmende Frühjahrstrockenheit zur Paarungszeit setzt den Populationen zu“, sagt Worms. „Viele Kleingewässer fallen zu früh trocken, sodass Kaulquappen ihre Entwicklung nicht abschließen können. Manche Tümpel sind gar nicht mehr vorhanden.“ Auch die Nahrungssituation verschlechtert sich: Durch den Rückgang von Insekten finden viele Amphibien weniger Beute und sind in schlechtem Ernährungszustand. Aktuell hofft die Naturwacht auf regelmäßige Niederschläge, damit sich die Kaulquappen entwickeln können.
Auch im kommenden Jahr wollen die Freiwilligen zusammen mit der Naturwacht die Schutzzäune wieder aufstellen.
Gerne können sich Helferinnen und Helfer, die sich im nächsten Jahr an der an den Zaunkontrollen beteiligen möchten, bei der Naturwacht melden.
Das Ranger-Team informiert dann rechtzeitig über den Aufstelltermin im nächsten Jahr.
Kontakt: maerkischeschweiz@naturwacht.de oder Telefon 033433 6063
Die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in 15 Nationalen Naturlandschaften und füllen das Motto „Mittler zwischen Mensch und Natur“ mit Leben. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – sind sie unterwegs und erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Sie setzen im Nationalpark, drei Biosphärenreservaten und elf Naturparken zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.
Gleichzeitig sind die Rangerinnen und Ranger ansprechbar für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs leben, arbeiten oder zu Gast sind. Sie begleiten jährlich Tausende Interessierte auf geführten RangerTouren, teilen ihr Wissen und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in der Region. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für Nachthaltige Entwicklung, BNE: In ihrer Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-AGs wecken die Ranger*innen Interesse am Natur- und Umweltschutz. Rund 390 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältig Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg.
Weitere Informationen:
Textquelle: Rangerin Henriette Worms / Naturwacht Brandenburg – Mittler*innen zwischen Mensch und Natur
Datum: 21.05.2026
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Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Film- und Fernsehproduktion Rätzel
Stephan Rätzel
Redaktion
Tel.: 033 456 72 19 89
