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Diskurs am Objekt: von links Made in Deutschland, Türkei, Bulgarien

Diskurs am Objekt: von links Made in Deutschland, Türkei, Bulgarien
© Gabriele Rataj

Von Robinien und Rissen

20. Bildhauerpleinair

Wilkendorf. Nun ist es Vergangenheit, das 20. Internationale Bildhauerpleinair in Wolfgang Stübners Skulpturenpark. Als das Letzte seiner Art angekündigt, hat es nicht nur acht Männer und Frauen aus der Stammteilnehmer-Schar angezogen, auch zur Finissage am 1. Mai 2026 kamen zahlreiche Besucher.

„Das Besondere bei diesem Durchgang“, so spiritus rector Bildhauer Wolfgang Stübner, „schon zwei Skulpturen und ein paar kleinere Sachen sind verkauft.“ Das Bedeutende in diesem Jahrgang: Es seien nicht nur tolle Objekte entstanden, sondern vor allem mehrere aus Robinie. „Die können die Erben noch vererben“, bezieht er sich auf die Haltbarkeit des Holzes.

Doch einfach zu bearbeiten ist gerade diese Baumart nicht und auf Überraschungen muss man jederzeit gefasst sein. Die starke Spaltbarkeit, Rissfreude und sich plötzlich auftuendes kernfaules Innenleben machten es den Künstlern nicht eben einfach. Heike Lüders musste nach einigen Tagen ihr erstes Objekt verwerfen und mit der Arbeit an einem neuen Segment beginnen - Zeitverlust! Wenn ihre Figur dennoch die anerkennenden Blicke vieler auf sich zog, dann zeigt sie das Können der Eggersdorferin, die weitere Risse im Faltenwurf des Kleides von „Robinia“ gekonnt aufnahm.

Von Allegorien über einfach schmeichelnde Formen und künstlerische Naturinterpretation bis hin zu gesellschaftlichen Dimensionen reichte in den vergangenen Jahren die Bandbreite des in Wilkendorf Geschaffenen. „Unter Druck“, die Skulptur von Kristina Yossifowa-Gschaider (Bulg.), macht zum Beispiel optisch wohlgefällig anschaulich, was zu viel davon auslösen kann: Das wie zusammengepresste hölzerne Band verbiegt sich nach außen, nach den Rändern, bis … Antworten sollten Betrachtende auch persönlich finden, meint die Bulgarin, nicht immer nur die Künstler danach fragen.

Selbst erklärende Titel wie „Hast du jemals den Regen gespürt“ erhellen aber. Auch wenn der kantig-harte Stil von Hermann Gschaider den von ihm als Jugendlicher im regennassen Wald umarmten Baum vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennen lässt. Es lohnt sich jedenfalls, in den folgenden Tagen in Wilkendorf noch vorbeizuschauen. Und sei es nur, um sich im Interpretieren zu üben.

Weitere Fotos finden Sie hier!

Textquelle: Gabriele Rataj

Datum: 03.05.2026


Robinie hat es in sich ...! Katharina Lüdicke machte dennoch was daraus.

Robinie hat es in sich ...! Katharina Lüdicke machte dennoch was daraus.
© Gabriele Rataj

Zahlreiche Besucher wollten die entstandenen Werke sehen.

Zahlreiche Besucher wollten die entstandenen Werke sehen.
© Gabriele Rataj



Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktionsbüro reisereste.de
Gabriele Rataj
Redakteurin

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