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Zwei kleine Musiker als "Nase"
in der Komischen Oper Berlin
Am Ostermontag (6. April 2026) läuft in der Komischen Oper Berlin (aktuell wegen Sanierung im Schillertheater) die Letzte von fünf Aufführungen "Der Nase", einer Oper von Dmitri Schostakowitsch nach der gleichnamigen Erzählung Nikolai Gogols. Die beiden Brüder Maddox und Miles Marsollek aus Petershagen sind dabei unverzichtbar.
Petershagen-Eggersdorf. Ohne die Beine von Miles (10) und Maddox (12) Marsollek liefe in der gegenwärtigen Inszenierung von Dmitri Schostakowitschs dreiaktiger Oper "Die Nase" nichts. Die beiden Musikertalente steppen als "Nase" über die Bühne des Charlottenburger Asyl-Standortes und erhalten am Ende – wenn Tänzer des Balletts sie von ihrem überdimensionalen Nase-Kostüm befreit haben - für ihre Leisung jeweils viel Applaus.
Im Spätherbst des vergangenen Jahres hatten die beiden Jungen in dem Tanzstudio, wo sie Steppen erlernen, mit speziellen Vorbereitungen begonnen. Von der Komischen Oper waren im Vorfeld Anfragen nach steppenden Grundschülern ergangen. Zunächst Sondertraining und Konditionierung. Später Arbeit an neuen und schwierigen Elementen wie den Wings (anspruchsvolle Sprünge auf dem Fußballen) und Anfang Januar das Vortanzen in der Komischen Oper. Einen Tag später die Nachricht: Miles und Maddox wurden ausgewählt.
Bis zum Training ab Februar zusammen mit Ballett, Darstellern, Chor, Orchester überdies weiterhin unermüdliches Üben zu den Stunden im Tanzstudio oder daheim auf dem Stepp-Brett ... Und das alles zusätzlich zu Schul- und Unterricht an ihren Instrumenten, zu den Vorbereitungen für den Violin-Wettbewerb in Prag und Maddox' Jugend-musiziert-Teilnahmen auf Regional- und Landesebene! Ohne die Freude und Begeisterung der Brüder für ihre Instrumente und darüber hinaus für die anspruchsvolle Aufgabe in der Opern-Inszenierung wäre ein solches Pensum schwer vorstellbar.
Vor den Opern-Abenden – für Miles galt es drei, für Maddox zwei Vorstellungen zu absolvieren – gab es in der Garderobe noch die eine oder andere Geschenk-"Ermutigung" vom Trainer-Lehrer-Freundes- Familien-Fanclub. Ein ganz besonders Gefühl nach dem körperlich anstrengenden Einsatz war indes sicher das gemeinsame Verbeugen aller Beteiligten der Inszenierung, bevor der Vorhang fiel: mit den kleinsten und jüngsten Akteuren in der Mitte.
Textquelle: Gabriele Rataj
Datum: 05.04.2026
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Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktionsbüro reisereste.de
Gabriele Rataj
Redakteurin
