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© Steffen Herre

Willkommen auf dem roten Teppich –

Tourist Information Seelow

Ein roter Teppich direkt hinter der blau verglasten Eingangstür: das fällt sofort auf. Und ja, es wirkt erstmal ein bisschen überraschend für eine Tourist-Info in einer Kleinstadt. Drinnen ist es heller, als man von außen erwartet. Nicht steril, sondern gut sortiert und farbenfroh. Auf dem Tisch stehen Holz-Tulpen in Rosa, daneben Flyer, Kartenmaterial, ein paar kleine Dinge, die man beim zweiten Hinsehen erst richtig wahrnimmt.

Eileen Kursawe und Ina Alabugin sind an diesem Tag da. Sie wirken nicht geschniegelt „verkaufsmäßig“, sondern eher so, als hätten sie den Laden im Griff und trotzdem Zeit für Fragen. Man merkt schnell: Hier wird nicht einfach nur Material ausgegeben, sondern wirklich geredet.

Leo, die Seelow-Zicke

Irgendwo dazwischen sitzt er: "Leo".

Ein kleines Maskottchen, ein Ziegenbock. Erst wirkt er wie ein nettes Gimmick, aber wenn man nachfragt, steckt mehr dahinter. Die Geschichte mit den Ziegen in Seelow, die früher überall waren, weil Rinder teurer besteuert wurden, wird hier erhalten. „Zicken-Seelow“ klingt im ersten Moment lustig, aber es ist eben auch Stadtgeschichte, die man sich erzählt hat und die geblieben ist.

Leo taucht hier und da wieder auf, auf Taschen, Shirts oder einfach als Figur, die auf dem Tresen steht und kuschelig ist.

Mehr als nur Prospekte

Natürlich gibt es hier die klassischen Dinge: Karten, Tipps, Broschüren. Wanderrouten Richtung Oder, Hinweise auf die Märkische Schweiz, kleine Ausflüge, Veranstaltungen. Aber der eigentliche Unterschied liegt weniger im Material, sondern in der Art, wie es erklärt wird. Es wird nicht einfach nur hingeschoben, sondern eingeordnet. Je nach Wetter, Zeit oder Interesse bekommt man andere Vorschläge. Das wirkt nicht durchgestylt, sondern einfach praktisch und sinnvoll.

Viele bleiben länger als geplant. Nicht, weil es spektakulär ist, sondern weil es angenehm unaufgeregt ist. Man schaut sich um, nimmt etwas in die Hand, stellt noch eine Frage. Und wenn man wieder rausgeht, fühlt man sich kurz orientierter. Und ein bisschen willkommen, ohne dass es extra betont werden musste.

Textquelle: Steffen Herre

Datum: 29.03.2026


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Seelow Stadt



Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur

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