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© Steffen Herre

Krokusse, die kleinen Blumen

mit großer Geschichte

Wer in diesen Tagen über Wiesen oder durch Parks unserer Region spaziert, entdeckt sie überall: kleine Farbtupfer im Gras. Gelb, violett oder weiß strecken Krokusse ihre Blüten der Sonne entgegen. Sie sind oft mit die ersten, die nach dem Winter erscheinen und gelten seit Jahrhunderten als verlässliche Boten des Frühlings.Dabei haben diese zarten Blumen eine erstaunlich große Geschichte:

Das teuerste Gewürz der Welt wächst in einer Krokusblüte

Viele wissen gar nicht, dass der Krokus auch hinter einem der wertvollsten Gewürze der Welt steckt. Safran wird aus den roten Narben einer ganz bestimmten Art gewonnen, dem Safrankrokus. Sein botanischer Name lautet Crocus sativus. Diese Pflanze sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus. Sie hat meist violette bis lilafarbene Blüten. Das Besondere steckt jedoch im Inneren der Blüte: Drei leuchtend rote, fadenartige Narben ragen aus ihr heraus. Genau diese feinen Fäden werden von Hand geerntet und später getrocknet. Daraus entsteht Safran. Für nur ein Gramm Safran werden etwa 150 Blüten benötigt. Für ein Kilogramm sind es Hunderttausende. Deshalb gilt Safran seit Jahrhunderten als das teuerste Gewürz der Welt und wird oft auch als rotes Gold bezeichnet.
(Über 90 Prozent des weltweiten Safrans stammen übrigens aus dem Iran.)

Ein kleines Rätsel der Geschichte

Eine besonders schöne Geschichte rund um Krokusse findet sich im Norden Deutschlands. In der Stadt Husum verwandeln jedes Frühjahr rund vier Millionen Krokusse den Schlosspark in ein lilafarbenes Blütenmeer. Bis heute weiß niemand genau, wie sie dorthin kamen.

Frühling auf leisen Sohlen

Vielleicht liegt gerade darin der Charme dieser kleinen Blumen. Sie sind zart, fast unscheinbar, und doch bringen sie jedes Jahr dieselbe Botschaft mit sich. Nach Wochen aus Grau, Regen und kalten Morgen tauchen plötzlich überall diese Farbflecken auf. Zwischen altem Laub, am Wegesrand, auf Wiesen oder im Garten. Und mit ihnen kommt das Gefühl, dass der Winter langsam aber sicher loslässt.

Vielleicht lohnt es sich also, beim nächsten Spaziergang kurz stehen zu bleiben und eine dieser kleinen Blüten genauer anzusehen. Manchmal kündigt sich eine neue Jahreszeit ganz leise an. Mit einer Blume, kaum größer als ein Daumen.

Textquelle: Steffen Herre

Datum: 20.03.2026


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Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur

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