AN-2 in Strausberg
© Dieter Herre
Ein Blick in die
fliegende Vergangenheit
Führung durch das Flugplatzmuseum Strausberg
Ein noch recht kalter Wind zog über das Rollfeld, als sich am Samstag, den 14. März, eine kleine Gruppe vor dem Flugplatzmuseum gegenüber dem Tower in Strausberg sammelt. Es geht erst rein – ins kleine Museum, danach in den Tower und anschließend wieder an die Luft. Es geht nicht nur um Flugzeuge, sondern um Geschichten aus fast hundert Jahren Luftfahrt.
Der Förderverein Flugplatzmuseum Strausberg e.V. lädt je am dritten Wochenende im Monat zu Führungen durch das Flugplatzmuseum ein. Zwischen alten Bauteilen, Modellen und Fotos wird klar, wie viel Geschichte auf diesem Gelände zu finden ist.
Der Flugplatz selbst entstand bereits 1927 als Segelfluggelände. In den 1930er Jahren wurde er stark ausgebaut und diente der Luftwaffe als Ausbildungsplatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten zunächst sowjetische Truppen das Gelände, später wurde hier in der DDR weiter geflogen. Seit 1992 ist Strausberg ein ziviler Verkehrslandeplatz.
Ein besonderer Moment der Führung wartet draußen auf dem Gelände. Dort steht SIE, funkelt rot und weiß im Angesicht der goldenen Sonnenstrahlen. Groß und ein wenig aus der Zeit gefallen: eine Antonov AN-2.
Horst Prommersberger, der die Führung mit Ruhe und Fachwissen leitete, erklärt: "Der gewaltige Doppeldecker, von vielen einfach „Anna“ genannt, flog erstmals 1947 und gilt mit geschätzten rund 18.000 gebauten Exemplaren als einer der meistproduzierten Flugzeugtypen der Welt und und einige davon sind auch heute noch in Ländern wie Russland, Osteuropa, Asien und Afrika als robuste Mehrzweckflugzeuge (Fracht, Personen, Landwirtschaft) im Einsatz! Mit ihrem kräftigen Sternmotor und den markanten Doppeldeckerflügeln konnte sie selbst von kurzen Grasbahnen starten."
Man bleibt automatisch einen Moment stehen, geht einmal um die Maschine herum und wirft einen Blick ins Cockpit. Plötzlich wird mir klar: Geschichte steht hier nicht nur in Vitrinen. Sie steht direkt auf dem Rollfeld. Und genau das machte diese Führung auch so besonders für mich: Spannende Geschichten und ein Flugzeug, das noch immer zeigt, wie faszinierend Fliegen sein kann..., und:
Ein paar Schritte weiter, gegenüber den AN-2 neben dem Hangar, sitzen einige Besucher bereits auf der Terrasse des Restaurants „Doppeldecker“. Ein Eis in der Hand, mit Café auf dem Tisch der Blick über das Flugfeld, ab und zu bricht die Sonne durch die Wolken. Während draußen die Antonov ruhig auf dem Rollfeld steht, klingt der Nachmittag entspannt aus. Ich schaue noch einmal hinüber zu dem großen Doppeldecker und denke mir: Genau so fühlt sich ein kleiner Ausflug in die Luftfahrtgeschichte an.
Das Flugplatzmuseum ist täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr (im Winterhalbjahr bis Sonnenuntergang) geöffnet. Sollte die Tür einmal verschlossen sein, wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiter des Flugplatzes im Tower gegenüber.
Führungen an jedem 3. Wochenende im Monat:
Samstag: ab 15:00 Uhr
Sonntag: ab 10:00 Uhr
Textquelle: Dieter Herre – ehemaliger Flugzeugmechaniker bei der INTERFLUG
Datum: 15.03.2026
Horst Prommersberger – mit Leidenschaft und Fachwissen
© Dieter Herre
© Dieter Herre
Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur
