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Waldpflege durch neue Arten

Waldpflege durch neue Arten
© Steffen Herre

Wald im Wandel

und neue Hoffnung

Vom Abholzen zum Wiederaufforsten in Märkisch‑Oderland und Brandenburg.

Wer durch unsere Wälder spaziert, spürt es ganz unbewusst: Der Wald verändert sich. Nicht nur die Jahreszeiten hinterlassen Spuren, sondern auch Klima, Schädlingsbefall und historische Forstpraktiken führen dazu, dass viele Bestände heute anders aussehen als noch vor Jahrzehnten.

In Brandenburg sind knapp 40 Prozent der Landesfläche bewaldet, doch der Waldzustand ist nicht unproblematisch: Ein offizieller Waldzustandsbericht von 2025 weist auf eine starke Schädigung vieler Bäume hin, die sich im Laufe der Jahre immer weiter verschlechtert hat. 39 Prozent der Waldfläche weisen deutliche Schäden auf und nur etwa 8 Prozent gelten als ohne sichtbare Schäden. Trockenheit, Wildverbiss und andere Stressfaktoren bestimmen deutlich, wie sehr unsere Wälder unter veränderten Umweltbedingungen leiden.

Ein aktueller Schritt hin zu mehr Widerstandskraft ist der Waldumbau. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg arbeitet daran, aus reinen Nadelwald‑Monokulturen naturnahe Mischwälder zu machen. Mischwälder können Stürme, Insektenfraß und Trockenperioden deutlich besser überstehen, weil sie mehr Artenvielfalt und ein stabileres Ökosystem bieten.

Ein Beispiel für diese Herangehensweise findet sich im Projekt „Klimaangepasster Waldumbau“ bei Herzfelde. Hier wird ein ehemals einheitlicher Kiefernwald Schritt für Schritt in einen abwechslungsreichen Mischwald gewandelt. Dabei werden verschiedene Baumarten gepflanzt und natürliche Prozesse genutzt, um den Wald widerstandsfähiger gegen Klimafolgen zu machen. Dieser Waldumbau trägt dazu bei, CO₂ langfristig zu speichern und Lebensräume für seltene Arten wie Schwarzstorch oder Fischotter zu schaffen. Die Fotos erzählen eine Geschichte, die man so oft in unserer Region nicht sieht und die trotzdem gerade überall stattfindet.

Auch technologische Ansätze finden ihren Platz. In Beelitz setzt der Landesbetrieb Forst Brandenburg in einem experimentellen Projekt Drohnen ein, um Saatgut über schwer zugänglichen Flächen auszubringen. Gerade dort, wo traditionelles Pflanzen schwierig oder gefährlich ist, sollen so neue Baumgenerationen entstehen.

Neben staatlichen Projekten entstehen auch kleinere Initiativen, wie etwa „Waldoasen“, die gezielt Mischbaum‑ und Strauchlandschaften schaffen, um die Biodiversität im Wald zu erhöhen und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen.

Die Wälder in Brandenburg stehen also mitten im Wandel: Wo in der Vergangenheit oft großflächige Kiefernforste dominierten, wächst heute das Bewusstsein für Vielfalt, Widerstandsfähigkeit und Natur vor der eigenen Haustür. Neue Konzepte und Projekte zeigen, dass Aufforstung nicht nur ein Rückschritt zur Vergangenheit ist, sondern ein moderner, zukunftsgerichteter Weg, unseren Wald für kommende Generationen zu bewahren. Möge es gelingen.

Aktuelle Waldbrandstufe: 2

Textquelle: Steffen Herre

Datum: 14.03.2026


Abholzung und Wiederaufforstung

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Schutz vor Baumfraß

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Waldbrandstufen im Web



Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur

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