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© Johannes Müller / Naturwacht

Krötenwanderung im Naturpark Märkische Schweiz

Naturwacht und Freiwillige sichern Amphibien auf ihrem Weg zu den Laichgewässern

– Die jährliche Amphibienwanderung im Naturpark Märkische Schweiz hat begonnen. Mit den steigenden Temperaturen machen sich derzeit Kröten, Molche und Frösche auf den Weg von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Um die Tiere sicher über stark befahrene Straßen zu bringen, hat die Naturwacht mit der Unterstützung von Freiwilligen des Midria e.V. aus Strausberg erneut zwei Schutzzäune errichtet.
Entlang von Gefahrenstellen an Straßenabschnitten in Karlsdorf und Garzin wurden in den vergangenen Tagen rund 600 Meter mobile Krötenzäune aufgestellt.

Die Tiere versuchen, den etwa 30 Zentimeter hohen Zaun zu umwandern und fallen dabei in die Fangeimer, die wir alle 20 Meter ebenerdig eingraben. Dort sammeln wir mit der Unterstützung von Freiwilligen die Tiere täglich, zählen sie und bringen sie sicher auf die andere Straßenseite“, erklärt Rangerin Elena Wenz. "Des Weiteren...", sagt sie, "...ist die tägliche Kontrolle der Schutzzäune ist eine enorme organisatorische Aufgabe. Nur dank der tatkräftigen Unterstützung unserer Freiwilligen können wir jedes Jahr viele Tiere vor dem Straßentod retten.

Zu den Amphibienarten, die derzeit in den Sammelbehältern zu finden sind, zählen Erdkröten, Grasfrösche, Moorfrösche, Knoblauchkröten, Rotbauchunken und Teichmolche.

Trotz aller Schutzmaßnahmen können einzelne Tiere abseits der Zäune unterwegs sein. Die Naturwacht bittet daher alle Verkehrsteilnehmenden, besonders in den Abend- und Morgenstunden, langsam und aufmerksam zu fahren. Wer ein Tier auf der Straße entdeckt, kann es vorsichtig an den Straßenrand setzen.

Extreme Trockenheit wohl Hauptursache für Amphibienrückgang
In den vergangenen Jahren hat die Naturwacht Brandenburg an ihren insgesamt 33 Schutzzäunen im ganzen Land starke Rückgänge bei den Amphibien registriert. Die Ursachen für den Rückgang sind mitunter sehr unterschiedlich. Die Betrachtung der Gesamtstatistik der Naturwacht deutet darauf hin, dass vor allem die zuletzt regelmäßig starke Frühjahrstrockenheit den Tieren spürbar zu schaffen macht. Kleinere Tümpel – die zu den wichtigsten Laichgewässer für Amphibien zählen – führten entweder gar kein Wasser zur Laichzeit oder trockneten zu schnell aus, sodass sich die Kaulquappen nicht vollständig entwickeln konnten und allesamt verendeten.

Da Insekten auf dem Speiseplan der Amphibien stehen, verschlechtert auch deren Rückgang die Lage vermutlich zusätzlich. Es bleibt abzuwarten, ob auch das aktuelle Frühjahr die nötigen Niederschlagsmengen bereithält. Trocknen die Laichgewässer der Amphibien aus, bevor sich die Kaulquappen bzw. Larven vollständig entwickelt haben, drohen weitere Ausfälle bei der Reproduktion und der Abwärtstrend könnte sich fortsetzen.

Wirksamen Schutz für Amphibien bieten die Wiedervernässung ihrer Lebensräume oder die Anlage und Pflege von Laichgewässern wie Feldsöllen. Um Amphibien wirklich langfristig vor dem Verkehr zu schützen, ist die Installation von stationären Amphibientunneln das Mittel der Wahl.
Für die Planung solcher Vorhaben, sind die an den Zäunen erhobenen Monitoringdaten der Ranger*innen von großem Wert. „So wissen die Straßenbauämter, wo Wanderschwerpunkte liegen und wo genau die Durchlässe den besten Effekt erzielen“, erklärt Rangerin Elena Wenz.

Textquelle: Elena Wenz / Gebietsleiterin Naturwacht

Datum: 11.03.2026


© Dominik Elsner

© Ulmer / Naturwacht

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Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Film- und Fernsehproduktion Rätzel
Stephan Rätzel
Redaktion


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