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Beginn der Diskussionsrunde

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© Irina Voigt

„Ein Tag ohne Frauen“

Unterhaltsam-politischer Filmabend am Internationalen Frauentag beim Frauennetzwerk PE

Frauentag nur einmal im Jahr? Frauentag sollte jeden Tag sein! Das haben isländische Frauen und Mädchen schon vor rund 50 Jahren deutlich gemacht. Bei ihrem Frauenstreik am 24. Oktober 1975 in Island, bei dem mehr als 90 Prozent der Frauen ihre bezahlte und unbezahlte Arbeit niedergelegt hatten. Sie wollten zeigen, wie sehr die Gesellschaft von Frauen getragen wird. Die isländischen Männer mussten sich an diesem Tag allein um Beruf und Kinder kümmern. Da merkten sie es ganz deutlich, wie wichtig Frauen in den Berufen und zuhause sind. Darüber erzählt in sehr unterhaltsamer Art und Weise der Film „Island: Ein Tag ohne Frauen“. Die Aktivistinnen von damals berichten heute – 50 Jahre danach – die spannende und äußerst amüsante Geschichte dieses bedeutsamen Tages.

Zu diesem Kinoabend hatten am 8. März Sarah Kerner (Vorsitzende), Astrid Ahner und Maria Stein vom Frauennetzwerk Petershagen-Eggersdorf eingeladen. Sie hatten den Abend organisiert – es gab wie immer bei ihren Veranstaltungen frisches Popkorn –, und sie freuten sich sichtlich auf die Reaktionen aus dem Publikum. Der Film erinnerte die Anwesenden tatsächlich daran, oft in ähnlichen Situationen zu sein oder gewesen zu sein: Weniger Geld für Frauen im selben Beruf wie Männer, bei Beförderungen benachteiligt zu werden, die Last der Familienbetreuung allein stemmen zu müssen.

Im Anschluss ließen die Meinungen nicht lange auf sich warten. Schon die Bemerkungen während des Filmes hatten gezeigt, wie dicht der inzwischen 50 Jahre alte Streifen noch immer an der Realität spielt. „Es geht eigentlich nicht um einen Machtkampf zwischen Männern und Frauen, sondern um Gleichberechtigung und Achtung voreinander“, hieß es dann. Mit 16 Prozent Gehaltsgefälle zwischen Männern und Frauen im selben Beruf – sei Deutschland im EU-Vergleich der Fünftletzte! Und „in der DDR hatten Frauen zwar einen freien Tag im Monat, bezahlt, aber wofür? Um den Haushalt zu stemmen!“ Das Fazit im Rentenalter war schnell gezogen: Wer im Berufsleben als Frau weniger verdient hat, bekommt auch weniger Rente. Die Frauen im Publikum machten rasch klar, wo sie ihre Kindheit, Jugend oder ihr Berufsleben verbracht haben: Ost oder West. Zu DDR-Zeiten sei man mit der Gleichberechtigung schon weiter gewesen, hieß es dann doch recht einhellig von Ost- und von Westfrauen.

Wer Interesse hat und am Sonntag verhindert war, kann sich den Film auch noch in der Mediathek anschauen.

Textquelle: Irina Voigt

Datum: 09.03.2026


Sarah Kerner

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Astrid Ahner

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Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktionsbüro reisereste.de
Edgar Nemschok
Redakteur

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