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ITB Berlin eröffnet

Besonnenheit und Zuversicht

Gestern Abend wurde die diesjährige Tourismusbörse offiziell eröffnet. Angola setzte mit einer feierlichen Inszenierung einen kraftvollen, farbenreichen Auftakt. Musik, Bilder, Stolz auf das eigene Land. Ein Moment, der zeigte, wofür diese Messe eigentlich steht: für Begegnung, für Austausch, für das Erzählen von Geschichten über Grenzen hinweg.

Und doch fühlt sich diese Eröffnung in diesen Tagen anders an. Während in Berlin Scheinwerfer leuchten, stehen anderswo Flughäfen still. Internationale Drehkreuze sind nur eingeschränkt in Betrieb, Reisepläne werden umgeschrieben, Menschen stranden, Mitarbeitende improvisieren im Minutentakt. Die Welt wirkt fragil.

Gerade deshalb bekommt diese Messe eine besondere Bedeutung. Die Reisebranche hat in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass sie Krisen nicht nur aushält, sondern aus ihnen lernt. Reisen ist mehr als Bewegung von A nach B. Es ist Begegnung. Es ist Perspektivwechsel. Es ist oft auch ein Stück Hoffnung. Wer reist, versteht ein wenig mehr von der Welt. Und manchmal auch mehr von sich selbst.

Dass sich nun in Berlin Fachleute, Veranstalter, Airlines, Hoteliers und Destinationen austauschen, diskutieren und neue Wege suchen, ist kein Widerspruch zur Krise. Es ist eine Antwort darauf. Ohne Dialog keine Lösungen. Ohne Zusammenarbeit kein verlässliches Krisenmanagement. Ohne Mut kein Fortschritt.

Perfekt wird es nie sein. Die Dynamik dieser Zeit ist schneller als jede Planung. Aber genau deshalb braucht es Orte wie diese Messe. Orte, an denen nicht nur Geschäfte gemacht, sondern Vertrauen aufgebaut wird. Und da gehört einer neben den "Onlinern" selbstverständlich dazu: der stationäre Reisebürovertrieb. Die Beratung am Schreibtisch, das Gespräch von Mensch zu Mensch, die Erfahrung, die einordnet, beruhigt und sinnvolle Alternativen aufzeigt. Wenn Krisen ausbrechen, sind es oft genau diese Ansprechpartner vor Ort, die erklären, umbuchen, zuhören und auffangen. Digitale Plattformen können viel, doch Vertrauen entsteht oft erst im direkten Kontakt.

Daher: All jenen, die derzeit gestrandete Reisende betreuen, Entscheidungen unter Druck treffen müssen oder hinter den Kulissen alles am Laufen halten, wünschen wir Kraft, Besonnenheit und Zuversicht. Und allen Teilnehmern der Tourismusbörse viel Erfolg, inspirierende Gespräche, tragfähige Partnerschaften und vor allem die Überzeugung, dass Reisen auch in schwierigen Zeiten zu verbinden vermag!

Datum: 03.03.2026




Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur

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