Hans die Geige in der St. Marienkirche Strausberg
© Steffen Herre
Hans die Geige
GeigenRock im Advent
...wenn eine Geige zeigt, was Musik wirklich kann!
Es gibt Konzerte, die laufen einfach so nebenbei. Und dann gibt es Hans die Geige. Wenn er seine Violine in die Hand nimmt, passiert etwas, das man nicht erklären muss – man fühlt es. Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht er auf Bühnen und prägt Musikgeschichte. Und zwar nicht irgendwo. Hans spielte mit Matthias Reim und Frank Schöbel, stand vor Tausenden Menschen vor der Gruppe OMEGA in Budapest auf der Bühne, rockte vor SILLY in Hainichen, spielte mit CITY und war oft im Vorprogramm der PUHDYS unterwegs. Dazu die legendären Klassik Open Air Konzerte 2007 in Berlin und Magdeburg, wo er sich mit dem koreanischen Stargeiger Yoshiaki Shibata ein atemberaubendes Geigenduell lieferte. Ein Musiker mit Lebenswerk. Einer, der es kann. Punkt.
Und genau das spürte man heute beim „GeigenRock in den Advent“ in der St. Marienkirche in Strausberg. Die Kirche war sehr gut gefüllt, kein Zufall. Hier saßen Menschen, die wirklich Musik erleben wollten. Sie bekamen einen Nachmittag, der mehr war als Programm: ehrlich, lebendig, emotional dicht. Hans spielt keine Lieder ab. Er erzählt. Er lässt Geschichte erklingen. Mal leise, zart, fast zerbrechlich. Dann kraftvoll, rau, mit Wucht. Weihnachtsklassiker, moderne Stücke und Herzenslieder.
"Ave Maria" , gesungen von Pfarrer Tilmann Kuhn war eine Premiere, so wie er mir verriet – und was für eine – auf der Bühne mit Hans die Geige lief er zur Hochform auf und erntete zurecht Riesen Applaus.
Zwischen den Stücken spricht er mit Humor, Klarheit und diesem warmen Ernst, den nur Menschen haben, die wirklich etwas erlebt haben. Advent ist für ihn kein Dekolichtertheater. Advent ist Wärme. Licht. Menschlichkeit. Wenn seine Geige den Raum füllt, glaubt man ihm jedes Wort.
Bemerkenswert: Dieses Konzert ist mehr als ein schöner Nachmittag. Wer hier sitzt, unterstützt gleichzeitig die wichtige Arbeit der Nachsorgeklinik am Straussee. Musik, die nicht nur ans Herz geht, sondern auch etwas bewirkt.
Und dann dieser Moment am Ende: die letzten Töne schweben, ein paar Sekunden ehrfürchtige Stille, keine Leere, sondern ein voller Raum. Dann langer Applaus. Dank. Berührung. Verbundenheit. Viele gehen mit Gänsehaut, manche mit leuchtenden Augen. Fast alle mit einem Stück innerer Ruhe...
...vielleicht ist genau das Weihnachten. Nicht laut, nicht künstlich, sondern warm, echt und menschlich. Hans die Geige hat uns daran erinnert. Mit Kraft. Mit Seele. Mit Würde.
Und ein Wunsch aus unserer Redaktion für diese Zeit: Möge diese Wärme, dieser Mut und diese Ehrlichkeit nicht nur in der Musik bleiben, sondern auch in uns.
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Datum: 21.12.2025
begeisterte Zuschauer
© Steffen Herre
Ave Maria, gesungen von Pfarrer Tilmann Kuhn
© Steffen Herre
Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur
